Wissenswertes über Bowling:

Allgemeines:

Eigentlich ist das Spiel ganz einfach. Man muß lediglich 10 Pins mit einem Bowlingball umwerfen, die ca. 18,0 m entfernt vor einem auf der Bahn stehen.

Ein Bowlingspiel besteht aus 10 Frames. Für jeden Frame habt Ihr maximal 2 Würfe. Sollten nach dem ersten Wurf (Anwurf) noch Pins auf dem Deck stehen, so habt Ihr noch einen 2. Versuch (Räumer).

Im 10. Frame bekommt man nach einem Strike oder einem Spare noch einen Bonuswurf.

Der einfachste Anwurf gelingt übrigens, in dem Ihr beim Abspielen des Balles den Daumen nach vorne in Richtung der Pins haltet und den Zeigefinger und den kleinen Finger versucht etwas abzuspreizen. Der Ringfinger und der Mittelfinger gehören übrigens in die Löcher...

Die maximal mögliche Punktezahl beträgt beim Bowling 300. Dafür müsst Ihr lediglich 12 Strikes nacheinander werfen...

Schafft Ihr es in allen 10 Frames einen Spare oder einen Strike zu spielen, so spricht man übrigens von einem "Clean Game"!

 

 

Bowlingball:

Bevor Ihr mit dem Spiel beginnt, ist es wichtig, den passenden Ball auszusuchen. Hierbei kommt es nicht auf die Farbe an, sondern auf das Gewicht des Balles und den richtigen Spann für Eure Hand (keine Luft zwischen der Handfläche und dem Ball). Das Gewicht der Bälle erkennt Ihr an den Zahlen. Dies ist in lb (Pound) angegeben. 10 lb sind ca. 4,5 kg. Die Löcher in den Bällen sind für den Daumen, den Mittelfinger und den Ringfinger.

Wenn Ihr Gefallen am Bowlingspiel gefunden habt, ist es vielleicht ratsam, sich einen eigenen Ball zuzulegen. Diesen könnt Ihr entweder im Pro Shop in großen Bowling Centern (hier gibt es wahrscheinlich die bessere Beratung hinsichtlich Eures Bowlingstils) oder in Online-Shops erwerben. 

 

 

Bowlingbahn:

Die Oberfläche einer Bowlingbahn besteht aus lackiertem Holz oder aus Kunststoff. Die Bahn wird allgemein in folgende Bereiche unterteilt: Anlauf, Lauffläche und Pindeck. Neben dem Anlaufbereich befindet sich der Ballrücklauf. Die Foullinie trennt den Anlauf von der Lauffläche. Die Lauffläche ist 1,04 m breit und 18,30 m lang. Neben der Lauffläche sind links und rechts 2 Rinnen (Gutter). Am Ende der Bahn befindet sich das Pindeck mit den 10 Pins und der automatischen Aufstellmaschine. Über dem Anlauf ist meistens ein Monitor aufgehängt, auf dem man die Spielergebnisse und weitere Informationen sehen kann.

 Im Anlaufbereich gibt es verschiedene Punkte auf dem Boden und auf der Bahn kleine Pfeile. Diese sollen dem Spieler zur Orientierung dienen (konstante Abläufe beim Anlauf und Wurf). 

 

 

Bowlingpin:

Beim Bowling gibt es 10 Pins. Ein Pin ist 38,1 cm hoch und hat einen Durchmesser von 12,06 cm. Ein Pin wiegt je nach Herstellung (verschiedene Materialkomponenten) zwischen 1,53 und 1,64 kg.

 

 

Punktesystem (Scoring):

Viele Leute haben immer wieder Probleme mit dem Punktesystem beim Bowling. Zugegeben, das ist nicht gerade leicht, aber wenn man es erstmal verstanden hat, ist es eigentlich gar nicht so schwer.
Also sehen wir uns erstmal so ein typisches (?) Spiel an.
Aha, da hat ein Spieler 150 Punkte gespielt, wie kommen die nun zustande? Gehen wir der Reihe nach vor:

1.Frame
Erster Wurf 4 Pins abgeräumt, 2. Wurf noch mal zwei (Für alle, die nicht so schnell mitkommen, es sind dann wohl 4 Pins stehen geblieben). Rechnen wir kurz nach (heimlich Taschenrechner rausholen und nachrechnen) aha: 4+2=6 sieht logisch aus. ( Soll heißen, wenn nicht geräumt wurde, zählen nur die in diesem Frame geworfenen Pins als Punkte) Demnach sieht unser Spiel nach dem ersten Frame so aus (F steht für Frame, S für Spieler, P für Punkte):

 

F

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

S

4

2

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

P

6

  

  

  

  

  

  

  

  

  

2.Frame
Erster Wurf 6, zweiter Wurf die restlichen 4, also ein Spare (Kurzform für diesen Wurf: 6-Spare), also sehen wir uns das mal an:

 

F

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

S

4

2

6

/

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

P

6

  

  

  

  

  

  

  

  

  

Aber warum sind da jetzt gar keine Punkte eingetragen???
Bei einem Spare zählen die umgeworfenen Pins+die im ersten Wurf des nächsten Frames geworfenen Pins, da dieser noch nicht gemacht wurde, kann jetzt natürlich noch keine Punktzahl angezeigt werden. Also auf zum nächsten Wurf:

3.Frame
8-Spare (Also 8 im ersten Wurf, den Rest im zweiten), jetzt erhalten wir auch die Punkte für unseren zweiten Frame:

 

F

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

S

4

2

6

/

8

/

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

P

6

24

  

  

  

  

  

  

  

  

kurz nachgerechnet: 6+4=10 (logisch) aus dem zweiten Frame und 8 aus dem ersten Wurf des dritten Frames machen 18, mit den 6 nach dem ersten Frame haben wir jetzt genau 24 Punkte.

4.Frame
Werfen wir mal einen Strike:

 

F

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

S

4

2

6

/

8

/

  

X

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

P

6

24

44

  

  

  

  

  

  

  

8+2 aus dem dritten Frame, und die zehn aus dem vierten macht 20, plus 24 macht also 44. Bei einem Strike zählen die zehn umgeworfenen aus dem aktuellen Frame+die Pins der nächsten zwei Würfe (nicht unbedingt nur aus dem nächsten Frame, ist der nächste Wurf wieder ein Strike, zählt der erste Wurf aus dem übernächsten Frame auch in die Punkte für diesen Frame)

5.Frame
Nachdem wir nur 5-4 geworfen haben, sieht das alles jetzt so aus:

 

F

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

S

4

2

6

/

8

/

  

X

5

4

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

P

6

24

44

63

72

  

  

  

  

  

Nachrechnen: Im vierten Frame alle 10+5+4 aus dem 5.Frame, ergibt 19, plus 44 ergibt 63, und der fünfte Frame ist wieder einfach, da zählen nur 5+4=9 Pins, also Punktzahl nach dem fünften Frame 72.

6. - 8.Frame
Nachdem wir uns mal zwei Strikes in Folge gegönnt haben, lassen wir uns ablenken und werfen eine Pumpe (also irgendwo daneben *Schäm*) und noch fünf im zweiten Wurf, damit haben wir folgendes Spiel:

 

F

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

S

4

2

6

/

8

/

  

X

5

4

  

X

  

X

0

5

  

  

  

  

  

P

6

24

44

63

72

92

107

112

  

  

also 10+10+0=20 für den Strike im sechsten Frame (beachte hier, daß hier der erste Wurf des achten Frames dazugezählt wird, auch wenn er Null ist)
10+0+5=15 für den Strike im siebten Frame und die 0+5=5 für den achten Frame,  zusammengerechnet mit bisherigen Punkten: 72+20+15+5=112

9. und 10. Frame
Zum Schluß noch mal 9-Spare, und für den 10.Frame 8-Spare und einen Strike zum  Abschluß (da wir ja einen Spare hatten, durften wir ja noch mal werfen), damit kommen wir zum Ergebnis:

 

F

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

S

4

2

6

/

8

/

  

X

5

4

  

X

  

X

0

5

9

/

8

/

X

P

6

24

44

63

72

92

107

112

130

150

im neunten Frame. 9+1+8=18, macht zusammen mit den 112 bisherigen Punkten genau 130.
Im zehnten Frame zählt man jetzt einfach nur alle geworfenen Pins zusammen (hier 8+2+10=20) und addiert sie zu den Punkte aus dem neunten Frame und erhält die Endpunktzahl. Damit erklärt sich auch die Sache mit den drei Würfen im zehnten Frame, man wirft mit den ”Zusatzwürfen” nur die Punkte, die man für einen Spare (ein Wurf) oder einen Strike (zwei Würfe) noch bekommen würde.

Übrigens: Ein Strike nennt man einfach Strike (klar!), zwei in Folge sind ein “Double” (auch noch verständlich), drei in Folge sind dann...
... ein ”Turkey” (also ein Truthahn), keine Ahnung warum.

Zum guten Schluß
Wenn man jetzt durchrechnet, was maximal möglich wäre, kommt man auf das folgende Spiel (300 Punkte bedeuten ein "Perfektes Spiel"!):

 

F

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

S

  

X

  

X

  

X

  

X

  

X

  

X

  

X

  

X

  

X

X

X

X

P

30

60

90

120

150

180

210

240

270

300

 

 

Bowlingverbände:

In Deutschland gibt es mehrere Bowlingverbände. Zum Beispiel den DBV (Deutscher Bowling Verband), die DBU (Deutsche Bowling Union) und den FBV'79 e.V..

 

Der wohl bekannteste Verband der Welt ist die amerikanische P.B.A. (Professional Bowlers Association).

 

 

Schnittliste:

Die Schnittliste ist eine Art Rangliste für Bowlingspieler innerhalb eines Verbandes.

Bowlingspieler werden nach ihrem Schnitt bewertet. Das bedeutet, daß jeder Einzelne nach dem Durchschnitt all seiner Wertungsspiele pro Jahr in eine Liste eingeordnet wird. Jedes Jahr wird der Schnitt eines Spielers neu berechnet. Die besten Spieler im FBV'79 sind in der Gruppe A, dann kommt B und so weiter. Unterschieden wird außerdem noch nach Männern, Frauen, Junioren und Senioren.

Startet man bei einem Turnier, so wird ein Spieler in eine Gruppe eingeordnet, je nach seinem Schnitt des Vorjahres.

 

 

Bowlingfilme:

Einer der bekanntesten, skurrilsten und auch lustigsten Filme über den Bowling-Sport heißt "Kingpin".

 

 

Anleitungen zur Ballabgabe und Körperhaltung:

www.youtube.com/watch?v=N5nnDbV0znE

www.youtube.com/watch?v=oXroTWvIpM8

www.youtube.com/watch?v=_I7vlEJ8LzU

 

 

Bowlinggeschichte:

Bowling stammt ursprünglich vom Kegeln ab. Wahrscheinlich gibt es Bowling seit 1841 und wurde in Amerika "erfunden". Angeblich wurde damals Kegeln als eine Art Glücksspiel mit 9 Kegeln in Rechteckform stehend verboten. Darauf hin wurde Bowling mit 10 Pins in Dreiecksform stehend ins Leben gerufen...

1895 legte der "American Bowling Congress" in Manhattan die Regeln, Normen und Maße des Bowlingsports fest, die bis heute Gültigkeit haben.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde  Bowling auch in Europa gespielt.

Die automatischen Pinaufstellmaschinen lösten 1946 die sogenannten Pinboys (stellten die Pins von Hand auf) ab.

1958 wurde die P.B.A. gegründet.

Die erste Weltmeisterschaft fand 1967 in Malmö, Schweden statt.

Seit 1979 ist Bowling eine olympische Disziplin.


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